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Curriculum

Die gesamte Weiterbildung Sexual- und Paartherapie" umfasst 8 Module bzw. 130 AE à 45 Minuten an ingesamt 6 Wochenenden.

 

Die ersten beiden Wochenenden umfassen einerseits wichtige Grundlagen der Sexual- und Paartherapie, andererseits Selbsterfahrung und die Beschäftigung mit realen Fällen aus der Praxis. Diese Wochenenden sind länger als die anderen, was einen guten Einstieg ins Thema, eine qualitative Vertiefung und inhaltliche Entlastung garantieren wird. 

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Alle Module der Weiterbildung widmen sich zentralen Themenstellungen in der Arbeit mit Patient:innen, sind sowohl theoretisch als auch praxisorientiert ausgerichtet und durchzogen von einer Vielfalt an Methoden (u.a. theoretischer Input, Kleingruppenarbeiten, Selbsterfahrung und die Arbeit mit Fallvignetten). Um bestmögliche Qualität zu gewährleisten und genügend Raum für Austausch und Diskussion zu bieten, arbeiten wir bewusst mit einer kleinen Teilnehmer:innenanzahl. 

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Das Curriculum kann nur als gesamter Lehrgang gebucht werden, die Belegung von Einzelmodulen ist nicht möglich. Nach jedem Modul erhalten Sie eine Teilnahmebestätigung. 

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Alle Angaben sind nach derzeitigem Stand und ohne Gewähr. Änderungen der Inhalte vorbehalten.

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Lehrplan 2026: Download hier

Lehrplan 2027: Download hier

Wochenende  1 

Modul 1: Grundlagen für die Arbeit mit dem Thema Sexualität

Modul 2: Selbsterfahrung

  • Einführung in den Lehrgang, Arbeitsvereinbarungen

  • Sexualität, was ist das?

  • Geschichte der Sexualität und Sexualwissenschaften

  • Grundlagen der Sexualtherapie

  • Überblick über sexualtherapeutische Ansätze und Methoden (Hamburger Modell, Sexocorporel, Systemische Sexualtherapie, syndiatische Sexualtherapie, feministische & queer-affirmative Sexualtherapie etc.)

  • Sexualität und rechtliche Aspekte

  • Sexuelle Themen und sexuelle Symptome​

  • Sexuelle Vorlieben und Fantasien, Kinks, Fetisch, BDSM, Sextoys

  • sexuelle Biografie und sexuelles Profil

  • eigene Grenzen, Werte, Unsicherheiten und Trigger-Punkte erkennen und reflektieren

  • Umgang mit Scham, Verlegenheit und Schweigen

  • Sexualität besprechbar machen und Worte für sensible Themen finden

  • Haltung, professionelle Rolle und Setting

  • Sexualanamnese Teil 1: praktische Gesprächsleitfäden für den Praxisalltag

  • das sexualtherapeutische Erstgespräch

  • Ethische Klarheit und Selbstschutz: Wann behandeln, wann weiterverweisen?

  • Vernetzungen und Kooperationen

Nach diesem Wochenende können Sie:

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  • Sexualität in ihren historischen, theoretischen, rechtlichen und therapeutischen Grundlagen verstehen, sexuelle Themen und Symptome fachlich einordnen und unterschiedliche sexualtherapeutische Ansätze vergleichen und reflektieren

  • eine professionelle, reflektierte Haltung einnehmen, eigene Grenzen, Werte und Trigger erkennen, ethisch klar handeln, sowie angemessen weiterverweisen und interdiszilpinär kooperieren

  • Sexualität sicher, professionell und klar ansprechen

  • durch praktische Gesprächsleitfäden eine strukturierte Sexualanamnese sowie ein sexualtherapeutisches Erstgespräch durchführen und Worte für schambesetzte oder sensible Inhalte finden

  • differenzieren, verstehen und angemessen intervenieren

Wochenende  2 

Modul 3: Grundlagen für die Arbeit mit Paaren und Beziehungskonstellationen 

Modul 4: Typische Praxissituationen

  • Beziehungsmodelle: Polyamorie, offene Beziehung, Ehe etc.

  • Sexualität im Beziehungskontext

  • Liebe, Nähe und Distanz

  • Umgang mit Eifersucht, Streit, Außenbeziehungen und anderen Herausforderungen in Beziehungen

  • Paardynamiken und Beziehungsmuster

  • Mustererkennung und Musterunterbrechung

  • Besonderheiten in der Arbeit mit Paaren

  • Effektive Methoden und Interventionsmöglichkeiten für die Praxis

  • Falldarstellungen und echte anonymisierte Fälle aus der Praxis

  • Typische Stolperfallen erkennen

  • Begleitende Materialien für die Praxis

Nach diesem Wochenende können Sie:

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  • Menschen bei der Umsetzung ihres jeweils stimmigen Beziehungsmodells begleiten

  • Dynamiken innerhalb von Paarbeziehungen erkennen, Muster analysieren und gezielt Interventionen zur Musterunterbrechung und Konfliktbearbeitung einsetzen

  • sexual- und beziehungsbezogene Themen in der Arbeit mit Paaren strukturiert begleiten, praxisnahe Methoden anwenden und typische Stolperfallen professionell vermeiden

  • mehr methodische Sicherheit und therapeutische Urteilskraft in Ihre Arbeit einbringen

Wochenende  3 

Modul 5:  Körper, Sexualität und Beziehung über die Lebensspanne

  • Sexualmedizinische Grundlagen: Anatomie und Körperbild

  • Psychosexuelle Entwicklung

  • Sexualität über die Lebensspanne: kindliche Sexualität, Pubertät, Kinderwunsch und Schwangerschaft, Menopause

  • Sexualität im Alter

  • Schwangerschaftsabbruch

  • Körperliche Dysfunktionen und Schmerzerleben: Orgasmusstörung, Endometriose, Erekionsstörung

  • Begehren, Lust und Unlust

  • (Psycho)sexuelle Gesundheit: HIV/STI, Risikoverhalten, Verhütung,  Leben mit HIV

Nach diesem Wochenende können Sie:

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  • für Ihre therapeutischen Interventionen auf ein sexualmedizinisches Basiswissen zurückgreifen

  • sexuelle Funktionsstörungen verstehen und therapeutisch einordnen

  • Menschen mit einem sexuellen Risikoverhalten präventiv begleiten

Wochenende  4 

Modul 6:  Geschlecht, sexuelle Identitäten und Orientierungen

  • Geschlechtliche Identitäten und Vielfalt

  • Stereotype und Heteronormativität, Rolle der Sozialisation (Schwerpunkt Schule und Sexualpädagogik)

  • Männlichkeit*en und Weiblichkeit*en, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Geschlechter

  • Sexuelle Identitäten und Kategorisierungen

  • Überblick über zentrale Begrifflichkeiten aus dem queeren Kontext

  • Trans*, Inter*, Non-binary: TIN*-sensible Therapie, Schritte der Transition

  • Queere Lebensrealitäten und historische Meilensteine

  • Coming-out als Prozess

  • Sprache, verinnerlichte Negativität, Diskriminierung, Stigmatisierung, Intersektionalität, kulturelle Aspekte

  • Prinzipien geschlechter- und identitätssensibler Sexualtherapie

Nach diesem Wochenende können Sie:

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  • kompetent und lebensweltorientiert mit Menschen mit unterschiedlichen geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen arbeiten

  • Coming-out Prozesse verstehen und therapeutisch begleiten

  • Begrifflichkeiten aus dem queeren Bereich kontextualisieren und sensibilisiert anwenden

  • diskriminierungssensible, intersektionale und ressourcenorientierte sexualtherapeutische Arbeit leisten, Sprache bewusst einsetzen und verinnerlichte Negativität sowie Stigmatisierung professionell bearbeiten

Wochenende  5 

Modul 7:  Lebensrealitäten und Arbeitsfelder

  • Sexuelle Räume und digitalisierte Sexualität

  • Online-Dating und Einflüsse der KI auf unser sexuelles Erleben

  • Sexting, Cybergrooming, Sextortion und andere Übergriffe im Internet

  • Umgang mit Pornografie

  • Sexarbeit, Sexualbegletung und Sexualassistenz

  • Sexualität und Behinderung

  • Pädosexualität/Pädophilie und Täter:innenarbeit

  • Sexualisierte Gewalt und Traumatisierung

  • Wenn Sexualität belastet ist - Retraumatisierung vermeiden

  • Gewaltschutz und Prävention

Nach diesem Wochenende können Sie:

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  • digitale sexuelle Räume fachlich einordnen und deren Einfluss auf sexuelles Erleben, Beziehungen und Identitätsentwicklung psychotherapeutisch reflektieren

  • sexualitätsbezogene Belastungen, Grenzverletzungen und Gewalt erkennen, traumasensibel bearbeiten und Retraumatisierungen vermeiden

  • Sexualität in unterschiedlichen analogen und digitalen Facetten fachlich fundiert, traumasensibel, präventiv und menschenrechtsorientiert verstehen, reflektieren und professionell behandeln 

Wochenende  6 

Modul 8:  Diagnostische Tools und konkrete Interventionsmöglichkeiten

  • Sexualität und Sucht (Sexsucht, sexualisierte Süchte, Chemsex)

  • Diagnostik und Sexualstörungen

  • Sexualität bei psychischen Erkrankungen

  • Sexuelles Verhalten und Paraphilien​

  • Sexualtherapeutische Ansätze und Methoden

  • Sexualanamnese Teil 2: Vertiefung und Übung

  • Fallvignetten

  • Tipps für die Integration in die eigene Praxis

Nach diesem Wochenende können Sie:

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  • Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Problemen und Störungen mit mehr Sicherheit und Kompetenz behandeln und gegebenenfalls weiterverweisen

  • Fallvignetten analysieren und therapeutische Interventionen ableiten

  • sexual- und paartherapeutische Inhalte reflektiert, ressourcenorientiert und praxisnah in Ihre eigene psychotherapeutische Arbeit integrieren

Externe Expert:innen

Zu ausgewählten Themen laden wir externe Expert:innen in den Kurs ein, um eine interdisziplinäre Sichtweise auf unterschiedliche Themen zu ermöglichen.​

Erfahren Sie hier mehr über unsere externen Expert:innen.

Corina Sauermoser.avif

Corina Sauermoser

Hanna Hosa.avif

Dr.in med. univ.

Hanna Hosa

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Dr. med.

André Nicklas

Logo.avif

Noah Leander Isser, B.Ed.

iBus.avif

Verein iBUS

Alex Seppelt.avif

Alex Seppelt

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Hannes Ulrich, M.Sc. Psych.

Externe Expert:innen

Abschluss, Zertifizierung und Fortbildungspunkte

Nach Abschluss des Curriculums und erbrachter Anwesenheit in erforderlichem Ausmaß erhalten Sie ein Zertifikat für Sexual- und Paartherapie" mit dem Untertitel "Fachkompetenz in der Integration sexual- und paarbezogener Fragestellungen in psychotherapeutische sowie klinisch-psychologische Settings".

 

Das gesamte Curriculum ist vom ÖBVP (Psychotherapie) und BÖP (in Anlehnung an ÖBPV, Psychologie) mit 98 Einheiten (=Fortbildungspunkte) zertifiziert. 

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